Wer kennt sie nicht, die illegalen
Tauschbörsen wie Napster & Co?
Aber wer kennt die legalen Varianten und
den kläglichen Versuch der Musikindustrie die Gegenwart einzuholen?
www.musicload.de
der Telekom,
www.mediamarkt.de,
www.popfile.de,
www.eventim-music.de und weitere Schwachmaten bieten uns
Konsumenten, also ganz legale Download von Musikstücken Namhafter
Künstler an.
Nach dem die großen Majors Label wie EMI,
Sony, Warner, WEA & Co. vor einigen Jahren schon die Zukunft verpennt
haben, versucht man nun den Kunden Online zu beglücken.
Und Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände www.ifpi.de
findet das alles so toll, denn die bösen, bösen illegale Musikanbieter
in den so genannten "Tauschbörsen", sind ja schuld an der Misere der
Musikindustrie.
Alle stehen ja, wegen den bösen Menschen die Songs aus dem Internet
laden und dann brennen, kurz vor der Pleite. So zumindest die Meldungen
seit über einen Jahr.
Wie sieht es nun aus mit den „legalen“ Möglichkeiten?
Ich habe mal nachgeschaut und bin
entsetzt!
Abgesehen davon, wer für einen Klingelton, fürs Handy, zwischen 1,99
€ und 3,99 € und noch mehr auf den Tisch legt, sollte folgendes nicht
tun:
1. Den folgenden Beitrag Weiterlesen.
2. Sich nicht über die teuren Downloadmöglichkeiten von Musik aus dem
Internet beschweren. Denn das ist im Gegensatz zu einem Handy-Klingelton
schon fast wieder billig.
Hintergrund
Der Reihe nach, ich bin immer noch total baff, von dem was ich
gelesen habe.
Aufmerksam auf diese Download-Geschichte von Musik, bin ich durch
meine Suche im Internet.
Die Musikindustrie zieht bekanntermaßen so ziemlich jeden über den
Tisch. Sei es der Konsument, der die Musik kauft und hört, oder der, der
sie macht. Also der Musiker und Künstler an sich. Dabei rede ich jetzt
nicht von den „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Popstars“ mit "Overground"
und den "Preluders". Die werden nicht nur über die Tisch gezogen,
sondern bei passender Gelegenheit gleich im Klo runtergespült.
Der Erste Kontakt
Ein Besuch bei
www.musicload.de zeigt mir folgendes.
1. Die können in die Zukunft schauen. Mike Oldfield wird im Jahre
2031 das Album „Amarok“ veröffentlichen. Ist natürlich Schwachsinn. Das
Album erschien 14.06.1990.

2. Das Album „Q.E.2“ gibt es seit dem 20.03.2003 und ist als Download
verfügbar. Stimmt auch nicht ganz, das Album gibt es seit über 19
Jahren, seit dem, 18.02.1985 um genau zu sein.
3. Pro Song wollen die 1,29 €! Das macht bei neun
Songs mit fast 40 Minuten Spielzeit entspannte 11,61 €.
Ohne Case, ohne Booklet in einer schlechten Qualität, von der man
natürlich nichts liest.

4. Ich darf mit den Songs folgendes machen: unbegrenzt hören, 3x
brennen & 3x kopieren.
5. Die Musik wird im Windows Media Audio-Format (WMA) auf meinem PC
gespeichert. Und ich kann dieses Format unter Windows mit dem Windows
Media Player abspielen oder auch auf viele tragbaren Playern. Die
Klangqualität entspricht etwa einer 192 kbps MP3-Dateien. Allerdings
sind die Dateien ca. 1/3 kleiner und gestatten über "Digitale
Rechteverwaltung" das legale Brennen und Kopieren der Musik.
Toll, oder? Leute, hört euch mal einen gebrannten 192kps MP3 oder
dieses WMA Format auf einer Anlage an, die bisschen mehr als 99,00 €
kostet. Dann hört auch ihr den Unterschied.
Nicht vergessen sollte man dabei noch den Traffic oder die Onlinezeit
im Internet. Dazu die Kosten für den CD-R Rohling, das Case, die
Abnutzung des Brenner und die Zeit zur Bearbeitung des Ganzen.
Zweiter Versuch
Okay, nächster Onlinehändler.
www.mediamarkt.de
- ich bin doch nicht blöd!
Das muss ich jedoch sein, wenn ich mich von dem Angebot einlullen lasse.
Mediamarkt nimmt zwar „nur“ 99 Cent pro Download, aber das komplette
Album mit neun Tracks kostet 11,99 €. Egal was ich mache, da
kommen auch noch mal „0,10 EUR Transaktionskosten“ auf mich zu.
So auf jedem Fall am Beispiel für das Album Q.E.2 von Mike Oldfield.

Wie schon bei der Teledumm, erhalte ich meinen Download im Windows
Media Audio-Format (WMA). Auch bei MediaBlöd darf ich meine Song dann
unbegrenzt hören, 3x brennen & 3x kopieren. Klasse!
Guckst du weiter!
www.phonoline.de
ist doch seit der Cebit in den Schlagzeilen! Schauen wir mal, was
www.popfile.de oder
www.eventim-music.de und suchen mein „Lieblingsalbum“ Q.E.2 von Mike
Oldfield. Genau, Fehlanzeige. Die haben das nicht.
Der Rest, also Preis und Files, sind jedoch ähnlich wie bei den erst
genannten.
Die Preise und Lockangebote starten mit 99 Cent und Enden irgendwo in
Richtung 2,00 €. Und, was noch keiner verraten will, es soll in Zukunft
noch teurer werden.
Echte CD Kaufen
Schauen wir mal bei Amazon rein. Da stellen wir fest das man die
komplette CD in der Remastered Fassung für 12,99 € bekommt. Kauft man
bei Amazon für 20,00 € ein, kommen nicht einmal Versandkosten hinzu.

Und hier habe ich dann alles was das Herz begehrt. Eine CD in guter
Qualität, schön verpackt, mit einem Booklet und der Sicherheit, das ich
nicht irgendeinen Schrott für teures Geld aus dem Internet gesaugt habe.
Okay, das macht einen Euro mehr, im ersten Moment. Aber rechnet noch
einmal nach!
Sorry, aber wer sich seine Musik aus dem Internet auf diese Art und
Weise herunterlädt, der muss geistig ein bisschen minderbemittelt sein.
Hier noch weitere Preisbeispiele:
Lade ich Ommadawn mit zwei Tracks herunter, kosten mich fast 40
Minuten auch nur 2,58 €, das ist fast unschlagbar. Aber die CD habe ich
schon für 4,99 € im Laden gesehen.
Nur mit dem Downloadpreis entdeckte ich einen Systemfehler. Jeder
einzelne Song hat einen Preis. Dabei spielt die Länge keinen
Unterschied.
Würde Herbert Grönemeyer nun seine Songs "Flugzeuge in meinen Bauch",
"Männer", "Bochum", "Was soll das", als "Flugzeuge über Bochum, was
soll's" Produzieren, könnten wir eine Menge Geld beim download sparen.

„Tres Lunas“ mit 14 Songs von Mike Oldfield, kostet via Download
20,86 €.

Die CD bei Amazon 17,99 €.

usw. usw.
Bevor ich persönlich so einen Schrott via Internet kaufe, werde ich
zukünftig ganz einfach weniger Musik hören die alle hören. Es gibt
schließlich auch noch andere legale Möglichkeiten. Aber das ist ein
anderes Thema.