Meine ganz persönliche Sichtweise
Es gibt Momente, an denen du aufwachst und merkst: Das hier bin nicht mehr ich. Das ist nicht mehr das, wofür ich stehe. Und dann musst du dich entscheiden. Ich habe mich entschieden. Ich habe meinen Job gekündigt.
Der emotionale Kampf: Wenn Routine zur Last wird
Die letzten Monate waren hart. Und das will ich nicht beschönigen.
Zwei Jahre. Das Dreischeibenhaus in Düsseldorf. Ein fantastisches Haus, fantastische Menschen. Ein Team, das ich liebe. Real Estate Management auf Augenhöhe. Das war nicht das Problem.
Das Problem war: Ich bin in einer Schleife gelandet. Und diese Schleife hat mich müde gemacht.
Exceltabellen zum Ausmalen. Programme, die angekündigt wurden und nicht kamen. Die gleichen Themen, die gleichen Probleme, Monat für Monat. Und niemand wollte sie wirklich lösen. Sie sollten nur „gemanagt“ werden. Ausgesessen. Verwaltet.
Das bin nicht ich. Das war ich noch nie.
Ich sehe, was schlecht läuft. Ich sehe Probleme drei Schritte voraus. Und dann brenne ich darauf, Lösungen zu finden. Vielleicht nicht die beste Lösung – eine Lösung, die funktioniert. Die handlungsfähig macht. Die Menschen befähigt.
Aber wenn du mehrmals Lösungsvorschläge machst und die Organisation sagt „naja, das ist halt so“, „wir schauen nicht zurück, sondern nach vorne“, „es ist wie es ist“ oder „das haben wir immer schon so gemacht“ – dann passiert etwas mit dir. Du beginnst zu schrumpfen. Deine Energie wird kleiner. Deine Überzeugung, dass du noch mehr geben kannst, wird leiser.
Normalerweise, nicht bei mir, denn das bin ich nicht.
Die Angst und die Zweifel
Mit 60 Jahren nochmal neu anzufangen – das ist nicht einfach. Das ist auch nicht mutig im klassischen Sinne. Das ist eher: ehrlich zu sich selbst sein.
Die Angst war groß. Real groß. Gehst du damit nicht ein großes Risiko ein?
Was, wenn es schiefgeht? Was, wenn der neue Job nicht das hält, was er verspricht? Was, wenn ich in fünf Jahren, oder Früher merke, dass ich einen großen Fehler gemacht habe? Was, wenn die neue Organisation genauso ist wie die alte – nur mit anderem Namen?
Und dann die größere Angst: Was, wenn ich nicht mehr kann? Mit 60 Jahren in einer neuen Struktur, neuen Menschen, neuen Systemen – kann ich noch mithalten? Okay, ich bin Selbstbewusst genug, ich weiß das ich mithalten werden.
Diese Zweifel waren da. Jede Nacht. Ich habe sie nicht verdrängt. Ich habe sie ernst genommen.
Aber ich habe auch realisiert: Diese Angst ist nicht größer als die Angst, die nächsten 5–7 Jahre in einer Schleife zu verbringen. Die Angst, meine letzten aktiven beruflichen Jahre in Routinen zu verschwenden. Die Angst, aufzuwachen und zu merken: Ich hätte es probieren sollen.
Der Moment der Entscheidung
Der Anruf kam unverhofft. Ein alter Bekannter aus der Branche. Ein Vorschlag, den ich zunächst ablehnte. Zu weit weg. Zu viel Unsicherheit. Nicht der richtige Timing.
Aber dieser Mann – er sagte: „Lass mich zu dir kommen. Nicht du zu mir. Ich zu dir nach Mönchengladbach. Ich will dir sagen, was ich vorhabe.“
Das war der Moment. Das war die Botschaft: Du bist mir wichtig genug, dass ich 100 km fahre, um dich zu überzeugen.
Wir sprachen offen. Nicht immer einer Meinung – aber bei den wesentlichen Dingen sprachen wir eine Sprache. Respekt. Augenhöhe. Der Wille, Dinge zu gestalten, nicht zu verwalten.
Ich wollte nicht überstürzen. Ich brauchte Zeit. Meinen Urlaub. Einen klaren Kopf.
Und dann sprach ich mit Sascha. Mein Mann sagte nur eines: „Mach das, was dich glücklich macht. Du weißt, da wird auch vieles deine Begeisterung nicht finden. Aber im Herzen hast du schon deine Entscheidung getroffen.“
Ja. Sie war gefallen. Im Bauch. Im Herzen.
Warum ich nicht mehr „unterordnen“ will
Das ist eine unbequeme Wahrheit. Aber ich muss sie aussprechen.
Ich habe jahrzehntelang in Positionen gearbeitet, in denen ich immer wieder mit dem Leben musste, was mir vorgegeben wurde. In denen ich immer wieder mit dem Leben musste, was mir vorgegeben wurde. Das war oft nicht zu Ende gedacht. Manchmal auch einfach nur unbequem.
Heute weiß ich, das will ich nicht mehr.
Ich bin ein Problemlöser. Ein Gestalter. Ich bin jemand, der sieht, was nicht funktioniert, und es angehen will – nicht in fünf Jahren, sondern jetzt. Ich bin jemand, der aufsteht und sagt: Das können wir anders machen. Wir machen das jetzt Besser.
Und ich bin verdammt gut darin.
Aber wenn die Organisation, in der du arbeiten, das nicht will – dann unterordnest du dich. Du packst deine Energie ein. Du machst deine Arbeit. Gehst abends nach Hause und am nächsten Morgen wieder zur Arbeit. Und du wirst unglücklich. Ich nenne das: Wie ein Roboter funktionieren.
Mit 60 Jahren möchte ich das nicht mehr.
Was mich reizt am Neuanfang
Es ist nicht der Titel. Es ist nicht das Geld. Es ist nicht mal die Sicherheit.
Es ist: Der Aufbau.
Eine neue Niederlassung. Nicht verwaltend, sondern gestaltend. Mit Menschen, die verstehen, dass Lösungen besser sind als Probleme aussitzen. Mit einem Chef, der zu mir kam statt mich zu rufen. Der zuhört statt zu befehlen. Mit dem man auch mal diskutieren kann.
Das ist das, was mich reizt. Die Möglichkeit, meine Ecken und Kanten einzubringen – nicht, um sie zu schleifen, sondern um damit Dinge zu bauen.
Ich will Erfolge. Ich will Sinnstiftung. Ich will Probleme lösen, nicht aussitzen.
Und ja, ich will wachsen.
Der Abschied – und das, was bleibt
Eines werde ich vermissen. Morgens bei Sonnenaufgang in die 22. Etage fahren. Auf der Dachterrasse die Morgenluft einatmen und den Moment der Stille in der großen Stadt genießen. Das war mein Ritual. Der Moment, in dem ich mit mir selbst im Reinen war – bevor der Tag anfing.
Das Dreischeibenhaus wird mir fehlen.
Aber die Unglücklichkeit wird mir nicht fehlen.
Mehr dazu – die professionelle Geschichte, die Fakten, die Gedanken zu Führung und Verantwortung – findet ihr auf meiner Job-Seite: Von Routine zur Gestaltung – eine neue Herausforderung mit 60
Der neue Anfang
Am 01. Juli 2026 beginnt ein neues Kapitel.
Nicht weil alles perfekt geplant ist. Nicht weil es die „richtige“ Entscheidung ist. Sondern weil ich weiß: Ich bin nicht gemacht für Routine. Ich bin gemacht für Aufbruch. Und mit 60 Jahren möchte ich das leben.
Die Angst ist noch da. Die Zweifel auch. Aber sie sind nicht größer als die Hoffnung.
Und die Hoffnung ist das, worauf ich baue.
Was denkst Du?
Und jetzt bin ich neugierig: Was denkst du? Zu viel gewagt oder auf dem richtigen Weg? Wie schaut es bei dir aus – lebst du auch in einer Schleife? Oder hast du dich auch schon mal für den Aufbruch entschieden? Schreib mir – ich freue mich auf deine Gedanken.









Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!