Warum aus meinem E-Auto erst mal nichts wird
Vor ein paar Wochen stand für mich fest: Ich fahre elektrisch. Ein Škoda Enyaq 85 als Dienstwagen, private Nutzung inklusive – ich hatte hier ausführlich beschrieben, wie ich mich auf den Umstieg vom Zapfhahn zur Ladesäule vorbereite, und kurz danach auch schon erste Tipps für den Einstieg als E-Auto-Neuling zusammengetragen. Jetzt, wenige Wochen später, sitze ich wieder in meinem alten Verbrenner. Der Grund dafür hat nichts mit dem Auto selbst zu tun: Eine neue berufliche Station ist anders verlaufen, als sie geplant war. Details dazu gehören nicht in diesen Blog – das ist ein anderes Thema für einen anderen Ort. Was hierher gehört, ist die Frage, was das für meinen Plan mit der E-Mobilität bedeutet.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Škoda Enyaq als Dienstwagen fällt vorerst weg, weil eine berufliche Situation anders gelaufen ist als vereinbart.
- Die beiden vorherigen Artikel zum Thema E-Auto bleiben online – der Umstieg ist verschoben, nicht gestorben.
- Ich fahre erst mal wieder meinen alten Verbrenner, und das fühlt sich nach Wochen der Vorfreude erstaunlich seltsam an.
- E-Autos legen in Deutschland 2026 weiter kräftig zu, während Benziner und Diesel spürbar verlieren.
- Ich kann zwischendurch den Enyaq meines Mannes fahren – eine kleine Eingewöhnung, auch wenn es nicht mein eigenes Auto ist.
- Ob und wann ich privat doch noch umsteige, ist offen – aber nicht vom Tisch.
Zwei Artikel, ein Plan, der nicht aufgegangen ist
Im ersten Artikel hatte ich beschrieben, wie sich für mich der Wechsel vom Tanken zum Laden anfühlt – die Ladekarten, die ich mir zugelegt hatte, die Umgewöhnung, die ich erwartet habe. Im zweiten ging es dann schon einen Schritt weiter: praktische Tipps für den Einstieg, geschrieben aus der Perspektive eines Neulings, der weiß, dass er bald selbst einer sein wird. Beide Texte waren mit Blick auf den 1. Juli geschrieben, meinen ursprünglich geplanten Start in eine neue berufliche Station mit Enyaq als Dienstwagen. Ich habe kurz überlegt, beide Artikel zu löschen, weil sie jetzt nicht mehr zu meiner aktuellen Situation passen. Getan habe ich es nicht – die Inhalte sind nach wie vor richtig, nur der Zeitpunkt für mich persönlich hat sich verschoben. Deshalb bleiben sie online, und dieser Artikel hier schließt daran an.
Was sich geändert hat
Ohne ins Detail zu gehen: Die neue berufliche Station, für die ich mich entschieden hatte, ist am Ende anders zustande gekommen, als zwischen allen Seiten vereinbart war. Das betrifft in erster Linie meinen beruflichen Alltag – aber eben auch ganz konkret das Auto, das an diese Position gekoppelt war. Kein neuer Job in der ursprünglich geplanten Form heißt kein Dienstwagen, und kein Dienstwagen heißt: kein Enyaq, zumindest vorerst nicht. Was für mich beruflich als Nächstes ansteht, ist ein Thema für einen anderen Kanal. Hier auf stawi.de interessiert mich der Blick auf die Konsequenz, die jeder nachvollziehen kann, der schon mal einen fest eingeplanten Umstieg kurzfristig wieder absagen musste: Ich stehe wieder da, wo ich vor ein paar Monaten stand.
Zurück im Verbrenner – ein komisches Gefühl
Ich hatte mich in den letzten Wochen gedanklich schon komplett auf die Ladesäule eingestellt. Ladekarten sortiert, Apps installiert, mir Gedanken gemacht, wie ich Motorway- und Alltagsladen am sinnvollsten kombiniere. Und jetzt sitze ich wieder in einem Auto, das ich an der Tankstelle volltanke, so wie ich es seit Jahren gewohnt bin – und trotzdem fühlt es sich falsch an. Nicht schlecht, nur falsch, so wie ein Kleidungsstück, das man extra für einen Anlass gekauft hat, der dann doch nicht stattfindet. Das ist keine große Tragödie, aber es ist auch nicht nichts. Ich hatte mich mental schon in der Rolle des E-Auto-Neulings eingerichtet, und diese Rolle fällt jetzt erst mal wieder weg. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Pläne rund um Mobilität – genau wie andere Pläne auch – von Dingen abhängen, die man nicht komplett selbst in der Hand hat.
Was bleibt: Das Thema ist nicht vom Tisch
Ganz raus aus der E-Auto-Welt bin ich trotzdem nicht. Mein Mann fährt seinen eigenen Enyaq – zum Glück kann ich den zwischendurch übernehmen, wenn er ihn gerade nicht braucht. Eine kleine Eingewöhnung ist das allemal, auch wenn es nicht mein eigenes Auto ist. Alles andere läuft aktuell so, wie es eben geht: Ich fahre, was gerade zur Verfügung steht. Und die größeren Zahlen sprechen ohnehin eine klare Sprache: In der EU kamen batterieelektrische Fahrzeuge im ersten Quartal 2026 auf einen Marktanteil von knapp 20 Prozent, ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorjahr [1]. In Deutschland lag der Anteil reiner Elektroautos an den Neuzulassungen im Mai 2026 bereits bei einem Viertel, während Benziner und Diesel weiter Marktanteile verlieren [2]. Auch bei der grundsätzlichen Offenheit für E-Autos zeigt sich ein gespaltenes, aber nicht ablehnendes Bild: Die eine Hälfte der Bevölkerung kann sich ein E-Auto gut vorstellen, die andere zögert – oft aus Kostengründen oder wegen der Ladeinfrastruktur [3]. Genau diese Zurückhaltung, die viele potenzielle Käufer beim Thema Reichweite und Ladedauer beschäftigt, kenne ich inzwischen aus eigener Recherche für die vorherigen Artikel [4]. Gleichzeitig zeigen aktuelle Zulassungszahlen, dass gerade hohe Spritpreise viele Menschen dazu bringen, den Umstieg auf E-Antrieb konkret ins Auge zu fassen [5]. Insofern ist meine aktuelle Situation zwar persönlich bedingt, spiegelt aber auch etwas Grundsätzliches: Der Umstieg aufs E-Auto ist für viele Menschen kein Sprung, sondern ein Prozess mit Unterbrechungen – bei mir eben gerade sehr konkret und sehr kurzfristig. Einen genauen Zeitpunkt, wann ich privat doch noch umsteige, kann ich aktuell nicht nennen. Aber die Erfahrungen aus den letzten Wochen – von der Ladekarten-Recherche bis zur mentalen Umgewöhnung – nehme ich mit, für den Moment, in dem es doch so weit ist.
Wie ist das bei dir gelaufen?
Vielleicht kennst du das Gefühl: einen Plan schon fast umgesetzt, und dann kommt etwas dazwischen, das du selbst nicht in der Hand hattest. Bei mir war es diesmal das Auto, das den Plan sichtbar gemacht hat. Wie ist es dir ergangen, wenn ein fest eingeplanter Umstieg – ob beim Auto oder woanders – plötzlich verschoben wurde? Schreib mir gerne, ich lese jede Antwort.
- ↑ Heise Online: EU-Neuzulassungen – Elektroautos erreichen fast 20 Prozent Marktanteil (2026)
- ↑ ADAC: Pkw-Neuzulassungen Mai 2026 (2026)
- ↑ Bitkom: Das Auto der Zukunft spaltet die Deutschen (2026)
- ↑ Statista: Zulassungszahlen von Elektroautos in Deutschland (2026)
- ↑ ZDFheute: Elektroauto boomt – mehr Zulassungen in Deutschland (2026)
- stawi.de: Vom Zapfhahn zur Ladesäule – Elektroauto-Leben 2026
- stawi.de: Effektiv fahren mit dem Elektroauto – Tipps für Einsteiger








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