Der Dreame L40 Ultra A zwischen Kabelfallen und Kaufentscheidung
Beruflich rede ich seit Jahren über Automatisierung in der Gebäudereinigung. Wenn ich Kunden erkläre, warum sich der Einsatz von Reinigungsrobotern lohnt, fällt in unserer Branche oft das Wort Cobotik – vom Cobot, dem Kollegen- Roboter, der eine Reinigungskraft im Alltag als eine Art Co-Worker begleitet. Bodenreinigung gehört zu den anstrengendsten und gleichzeitig eintönigsten Aufgaben im Gebäudereiniger-Alltag, und genau deshalb predige ich seit Jahren, bestimmte Arbeiten Robotern zu überlassen.
Im Mai bin ich dann selbst schwach geworden: Ein Angebot bei einem großen Online-Händler für den Dreame L40 Ultra A, rund 350 Euro, und ich konnte nicht widerstehen. Was seitdem bei uns zu Hause passiert ist, zeigt ziemlich genau, warum ich beruflich so überzeugt von der Idee bin – und wo die Praxis anders aussieht als die Theorie.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Dreame L40 Ultra A saugt mit bis zu 24.000 Pa und hebt seine Wischmopps auf Teppichen automatisch um 10,5 mm an [1]
- Die ersten Nächte endeten regelmäßig damit, dass sich der Roboter in Kabeln oder unter Möbeln verfangen hatte
- Nach ein paar Anpassungen in der App und mehr Ordnung in der Wohnung läuft die Reinigung inzwischen zuverlässig
- Seit Anfang Juni ist ein zweiter Dreame im Dachgeschoss im Einsatz, fest programmiert auf drei Termine pro Woche
- Fast jeder vierte deutsche Haushalt hat laut einer Bitkom-Umfrage bereits einen Saugroboter im Einsatz [5]
- Für den Gäste- und Wohnbereich im Erdgeschoss überlege ich gerade, ob ein dritter Roboter dazukommt
Vom Cobotik-Berater zum Privatkunden
In meinem Job erkläre ich Kunden regelmäßig, dass ein Reinigungsroboter kein Ersatz für eine Reinigungskraft ist, sondern eine Art Kollege, der die immer gleichen Bodenflächen übernimmt. Nach so vielen Gesprächen darüber wollte ich irgendwann selbst wissen, wie sich das im eigenen Zuhause anfühlt. Das Angebot im Mai war einfach zu gut, um es an mir vorbeiziehen zu lassen.
Gesagt, getan: Das Gerät wurde bestellt und war binnen weniger Tage da. Die Einrichtung war unkompliziert – App herunterladen, Account anlegen, den Dreame einmal durch die erste Etage fahren lassen. Danach hatte er verstanden, was von ihm erwartet wird. Damit wir tagsüber nicht gestört werden und keine Zuschläge für Reinigungszeiten außerhalb der normalen Stunden anfallen, läuft er bei uns nachts.
Nachtschicht mit Stolperfallen
Für einen Reinigungsroboter muss man die eigene Wohnung erst einmal in Ordnung halten – das habe ich beruflich zwar immer erzählt, aber privat noch einmal ganz neu gelernt. Der Dreame verfängt sich flott in losen Kabeln oder verliert die Orientierung an einem zu hohen Teppich. In der ersten Nacht musste ich ihn morgens aus einem Kabelgewirr unter unserem Schreibtisch befreien. Passiert ist nichts, die Sicherheitsabschaltung hat sofort reagiert, er blieb einfach nur hängen.
In der zweiten Nacht kam er schon etwas weiter, verfing sich dann aber unter unserem Fernsehsideboard in einem weiteren Kabel, ohne es zu beschädigen. Ich musste ihn morgens erst mal suchen. Am dritten Morgen brauchte er wieder Hilfe, weil er über einen hochflorigen Teppich im Wohnzimmer gefahren war und dabei an einem Tischbein sein Reinigungspad (Mopp-Pad) verloren hatte.
Nachdem alles nachjustiert war, habe ich in der App ein paar Sperrbereiche eingerichtet und die Reinigungsaufträge genauer definiert. Seitdem läuft er tagelang ohne Probleme. Nur einmal streikte er zwischendurch wieder, weil wir schlicht vergessen hatten, ein Kabel zur Seite zu legen.
Was der L40 Ultra A technisch kann
Auf dem Papier ist die Saugleistung von 24.000 Pa hoch angesetzt und sorgt in der Praxis für gute Ergebnisse auf Hartboden und Teppich [1]. Für Haare und Tierhaare bringt Dreame die sogenannte TriCut-Bürste mit, die verwickeltes Material mit integrierten Klingen automatisch zerschneidet, statt es aufzuwickeln – ein Feature, das die Marke inzwischen über mehrere Modelle der L-Serie zieht und das auch in unabhängigen Tests immer wieder positiv auffällt [3].
Beim Wischen kommt das DuoScrub-System zum Einsatz: zwei rotierende Wischmopps, von denen einer bei Bedarf bis zu vier Zentimeter zur Kante ausfährt. Auf Teppichen hebt das Gerät die Mopps automatisch um 10,5 mm an, damit nichts unnötig nass wird [1].
Sinnvoll ist es dabei, die Reinigung in der App so einzurichten, dass grundsätzlich erst gesaugt und danach gewischt wird. Dadurch läuft der Dreame zwar länger durch eine Etage mit wechselnden Bodenbelägen, dafür wird kein Teppich feucht. Wo Räume klar nach Teppich oder Hartboden abgegrenzt sind, lässt sich zusätzlich eine feste Reihenfolge festlegen, in der die Räume abgearbeitet werden.
Die Navigation über Laser und Kamera funktioniert in aufgeräumten Räumen zuverlässig, wie auch andere Testredaktionen bestätigen – an Kabeln und sehr niedrigen Gegenständen zeigen Geräte dieser Serie aber grundsätzlich kleine Schwächen [2]. Das sieht man auch unseren beiden Geräten inzwischen an: Die ersten Kratzer und Blessuren sind da. Das deckt sich ziemlich genau mit meiner eigenen Erfahrung aus der ersten Woche. In aufgeräumten Testräumen bescheinigen Redaktionen den Vorgängermodellen der Serie dagegen eine nahezu makellose Kartierung und Hinderniserkennung [4] – der Unterschied liegt am Ende oft weniger am Gerät als an der eigenen Wohnung.
Der zweite Dreame fürs Dachgeschoss
Der erste Roboter hat mich so überzeugt, dass ich Anfang Juni kurzerhand nach einem zweiten Angebot geschaut habe. Robbie Nummer 2 zieht seitdem seine Runden im Dachgeschoss – Schlafzimmer, Ankleide und Bad. Die Einrichtung lief schon deutlich routinierter: einmal durch die Etage fahren lassen, Sperrbereiche einrichten, damit er nicht die Treppe herunterfällt, und den Modus für Saugen und Wischen passend programmieren.
Er arbeitet dreimal wöchentlich, montags, mittwochs und freitags um 11 Uhr morgens. Bisher gab es nur ein einziges Problem: Er blieb unter einem Bett an einem Kleiderbügel hängen und stellte die Reinigung von selbst ein, bis ich ihn befreit habe.
Sechs Wochen später: meine Bilanz
Jetzt haben wir Juli, der erste Dreame läuft seit sechs Wochen, der zweite seit drei. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Zwischendurch gehe ich noch selbst mit Wischer oder Staubsauger in die Ecken, Ränder und hinter die Türen – eine Sache von wenigen Minuten, die ich gerne in Kauf nehme. Die eigentliche Hauptarbeit läuft entspannt im Hintergrund, und es freut mich jeden Morgen, wenn der Küchenboden frisch gewischt und das Wohnzimmer staubfrei ist.
Dazu kommt etwa einmal die Woche oder alle zehn Tage ein bisschen Zeit für Pflege und Reinigung des Geräts selbst, die App zeigt zuverlässig an, wann es so weit ist. Das Schmutzwasser leere ich nach jedem einzelnen Reinigungsvorgang, das ist am hygienischsten.
Fast jeder dritte deutsche Haushalt mit Smart-Home-Technik gibt seinen Geräten inzwischen einen Namen, und Saugroboter stehen dabei laut Bitkom ganz oben auf der Liste [5]. Bei uns heißen sie schlicht Robbie eins und zwei – aber ich verstehe jetzt, warum andere kreativer werden. Wer sich für weitere Erfahrungsberichte aus meinem digitalen Alltag interessiert, wird dort öfter auf solche Praxistests stoßen.
Wie es mit dem Erdgeschoss weitergeht
Aktuell überlege ich, wie sich das Ganze auf den Gästebereich im Erdgeschoss übertragen lässt. Momentan trage ich dafür bei Bedarf einen der beiden Robbies mitsamt Ladestation nach unten. Die Alternative wäre entweder ein dritter Dreame beim nächsten guten Angebot, oder für die etwas aufwendigere und unterschiedlich belegte Fläche im Erdgeschoss ein leicht besseres Modell – wobei ich nicht sicher bin, ob sich der Aufpreis wirklich lohnt.
Ich werde die Testphase jetzt noch ein, zwei Monate weiterlaufen lassen und dann entscheiden, ob ein dritter Roboter seinen Weg zu uns findet.
Wie sieht’s bei dir aus?
Hast du selbst schon einen Saugroboter im Einsatz, oder schreckt dich die Vorstellung eher ab, erst mal die halbe Wohnung kabelfrei räumen zu müssen? Schreib mir gerne, welche Stolperfallen dir dabei begegnet sind – ich sammle nämlich fleißig weiter.
Quellen
- ↑ China-Gadgets: Dreame L40 Ultra A – Wirrer Name, aber geniale Preis-Leistung? (2026)
- ↑ PC-WELT: Dreame L40 Ultra AE im Test – Starker Saugroboter mit cleverer Selbstreinigung (2025)
- ↑ Testbericht.de: Dreame L40 Ultra Test Saugroboter – 93/100, sehr gut
- ↑ nextpit: Dreame L40 Ultra im Test – Alles, was ein Saugroboter können muss (2024)
- ↑ Evangelische Zeitung/KNA: Bitkom-Studie – Fast jeder Dritte gibt Saugroboter und Co Namen (2024)
- stawi.de: Kategorie Digitaler Alltag & Sicherheit








Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!