ChatGPT, Claude & Gemini im Alltag

KI im Alltag? Klingt nach Zukunft, ist aber längst Realität. Ich verwende ChatGPT, Claude und Gemini täglich – mal mehr, mal weniger erfolgreich. Heute erzähle ich dir, wie das bei mir aussieht, was funktioniert und was mich manchmal an den Rand einer Geduldsprobe treibt.

Keine Marketing-Versprechen, kein „revolutioniert dein Leben“-Gelaber. Nur meine echte Erfahrung aus dem Leben eines Bloggers und Berufstätigen, der versucht, diese Anwendungen sinnvoll einzusetzen.

Zusammenfassung für Eilige

  • ChatGPT: Mein Favorit für schnelle Texte und Brainstorming – rasend fix, aber oft zu geschwätzig.
  • Claude: Das Werkzeug für komplexe Inhalte und Feinschliff – langsamer, dafür präziser.
  • Gemini: Kommt selten zum Einsatz – neigt zu Floskeln und liefert oft schwache Quellen.
  • Datenschutz: Ist mir heilig. Ich nutze Synonyme statt echter Namen und vermeide sensible Daten komplett.
  • Experimentieren: Verschiedene Prompts sind der Schlüssel – was bei einem Modell klappt, scheitert beim anderen.

Die drei Helfer in meinem Alltag

Ich bin kein Purist. Ich greife nicht auf das eine System für alles zurück, sondern wechsle je nach Aufgabe. Manche nennen das ineffizient, ich nenne es pragmatisch.

ChatGPT – Schnell, aber mitteilsam

ChatGPT ist mein Arbeitspferd für alles, was zügig gehen muss. Blog-Ideen sammeln? ChatGPT. E-Mails formulieren? ChatGPT. Erste Entwürfe? Ebenfalls.

Die Geschwindigkeit ist beeindruckend. Du tippst deinen Befehl, drückst Enter und binnen Sekunden rattert die Antwort über den Schirm. Für 90% meiner Anfragen reicht das völlig aus.

Aber: Das Tool kann kaum die Klappe halten. Du fragst nach drei Sätzen und bekommst drei Absätze. Und diese belehrende Art („Es ist wichtig zu beachten…“) nervt mich. Zudem halluziniert die KI gelegentlich bei Nischenthemen – plötzlich stehen da Fakten, die frei erfunden sind, aber selbstsicher präsentiert werden.

  • Wofür ich es einsetze: Blog-Entwürfe, E-Mails im Job, Brainstorming, schnelle Formulierungshilfe
  • Was mich nervt: Zu wortreich, manchmal falsche Fakten, belehrend
  • Preis: Ich nutze die kostenlose Version

Claude – Gründlich, aber gemütlich

Claude ist das Gegenteil. Langsamer, dafür gewissenhafter. Wenn ich wirklich an einem Text feile – einen Beitrag strukturiere oder komplexe Aufsätze schreibe – dann mit Claude.

Die Qualität überzeugt einfach. Das Modell halluziniert deutlich seltener und die Antworten wirken durchdachter. Gerade bei Rechtschreibung und Grammatik ist Claude unverzichtbar. Der Lesefluss meiner Artikel hat sich spürbar verbessert, seit ich hier korrigieren lasse.

Aber: Das Tempo treibt mich manchmal in den Wahnsinn. Claude braucht Zeit zum Generieren. Zudem ist die KI oft zu vorsichtig – statt einfach zu liefern, werden Rückfragen gestellt oder das System zögert.

  • Wofür ich es einsetze: Beiträge strukturieren, Texte korrigieren, komplexe Aufsätze im Job
  • Was mich nervt: Langsam, manchmal zu zögerlich
  • Preis: Pro 20€/Monat – lohnt sich für mich

Gemini – Viel Potenzial, viele Macken

Gemini nutze ich am seltensten. Das riesige Kontextfenster (1 Million Tokens) ist beeindruckend, wenn ich viele Quellen gleichzeitig verarbeiten will. Und die Google-Integration ist für bestimmte Aufgaben praktisch.

Aber: Gemini erzählt gerne kompletten Blödsinn. Überzeugend formuliert – und trotzdem falsch. Quellenangaben? Entweder keine oder so allgemein, dass sie wertlos sind. Diese dauernde „Great question!“-Anbiederung geht mir auf den Keks.

Und datenschutzrechtlich bleibt Google eben Google. Ich gebe hier definitiv keine sensiblen Daten rein.

  • Wofür ich es einsetze: Große Datenmengen durchforsten, Google-Ökosystem-Aufgaben (selten)
  • Was mich nervt: Halluziniert viel, schwache Quellen, datenschutzrechtlich fragwürdig
  • Preis: Kostenlose Version

So setze ich KI konkret ein

Privat: Blogbeiträge schreiben

Ich schreibe gerne, aber meine Gedanken sind oft chaotisch. Ein typischer Ablauf sieht so aus:

Schritt 1: Brain Dump
Ich tippe alles auf, was mir zum Thema einfällt. Stichpunkte, halbe Sätze, wilde Gedankensprünge. Hauptsache raus aus dem Kopf.

Schritt 2: Struktur mit Claude
Ich gebe Claude mein Chaos und bitte um eine sinnvolle Gliederung. Claude sortiert das in Haupt- und Unterpunkte, schlägt eine logische Reihenfolge vor.

Schritt 3: Ich schreibe selbst
Die KI liefert die Struktur, aber ich schreibe den Text. Wenn ich bei Formulierungen hänge, frage ich ChatGPT oder Claude nach Alternativen.

Schritt 4: Korrektur mit Claude
Claude prüft Rechtschreibung, Grammatik und Lesefluss. Findet Stolperstellen, die mir nicht auffallen. Schlägt bessere Formulierungen vor.

Schritt 5: Ich lese Korrektur
Das finale OK gebe ich. Die KI schlägt vor, ich entscheide. Das Ergebnis: Bessere Texte in kürzerer Zeit.

Job: E-Mails und Anweisungen

Im Beruf verwende ich KI vor allem für zwei Dinge:

E-Mails formulieren: Ich gebe ChatGPT die Kernpunkte. Das spart Zeit und klingt oft professioneller als mein erster Schnellschuss.

Größere Anweisungen schreiben: Wenn ich Arbeitsanweisungen oder längere Aufsätze verfassen muss, hilft Claude mir, das strukturiert und verständlich zu formulieren. Gerade bei komplexen Themen ist das extrem wertvoll.

Wichtig: Ich gebe NIE echte Namen oder Firmendetails rein. Stattdessen: Platzhalter wie „Kunde A“, „Stadt B“ oder „Projekt XY“.

Meine Datenschutz-Regeln

Ich bin etwas paranoid, was Daten angeht. Deshalb habe ich mir eiserne Regeln auferlegt:

  • Regel 1: Keine echten Namen. Statt „Max Mustermann aus Hamburg“ schreibe ich „Person A aus Norddeutschland“.
  • Regel 2: Keine sensiblen Firmendaten. Projektnamen, Budgets, interne Infos – alles tabu.
  • Regel 3: Synonyme sind mein Freund. „Mein Kollege“ statt Name. „Unser größter Kunde“ statt Firmenname.
  • Regel 4: Kostenlose Tools nur für Unwichtiges. Für berufliche Dinge nutze ich bezahlte Versionen mit Datenschutz-Garantien.
  • Regel 5: Im Zweifel lokal. Wo immer möglich, greife ich auf lokale Anwendungen (On-Device) zurück.

Verschiedene Prompts ausprobieren

Der beste Tipp, den ich geben kann: Experimentiere mit Prompts. Was bei ChatGPT funktioniert, klappt bei Claude vielleicht nicht.

Beispiel – besserer Prompt:
„Du bist ein erfahrener Blogger. Schreib mir einen Beitrag im Stil von stawi.net (persönlich, direkt). Thema: Wie ich KI im Alltag nutze. Struktur: Lead, Zusammenfassung, Tool-Vergleich. Du-Form durchgehend.“

Meine Prompting-Tricks:

  • Rolle definieren („Du bist ein…“)
  • Format angeben (Liste, Tabelle, Fließtext)
  • Tonalität festlegen (Locker, professionell)
  • Beispiele geben (Stil-Vorlagen zeigen)

Was ich gelernt habe & Fazit

Nach Monaten KI-Nutzung sind das meine wichtigsten Erkenntnisse:

  • Kein Tool ist perfekt: ChatGPT für Speed, Claude für Qualität.
  • Datenschutz ist deine Verantwortung: Die Anbieter passen nicht für dich auf.
  • Prompting ist eine Fähigkeit: Man muss es lernen und üben.
  • KI ersetzt dich nicht: Sie ist ein Werkzeug, das finale OK gibst du.

Mein Fazit: Ich verwende KI täglich. Meine wichtigsten Regeln: Datenschutz zuerst, Synonyme nutzen und kritisch bleiben. KI ist ein Tool, kein Orakel.

Zum guten Schluss

Aus meiner Sicht und das was ich gelesen habe: Keiner.

Wie ist Deine Sichtweise?

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Verwendest du auch mehrere Modelle? Schreib mir gerne!


Quellen

  1. ahead KI-Beratung: Die besten KI-Tools 2026 – https://www.ahead-ai.de/blog-posts/die-besten-ki-tools-2026 (Stand: Januar 2026)
  2. IT Portal 24: KI im Alltag – https://www.itportal24.de/ratgeber/ki-im-alltag (Stand: Februar 2025)
  3. Datenschutz Generator: KI & Datenschutz – https://datenschutz-generator.de/ki-datenschutz/ (Stand: September 2025)
  4. Dr. Datenschutz: How to prompt – https://www.dr-datenschutz.de/how-to-prompt-ki-bedienen-leicht-gemacht/ (Stand: 2026)
  5. xpandAI: Datenschutz-Basics – https://xpandai.one/courses/xpandai-academy/lessons/4-1-datenschutz-basics/ (Stand: Juli 2025)
  6. Büro Wissen: ChatGPT im Büro – https://buero-wissen.de/wie-sie-ki-tools-datenschutzkonform-einsetzen/ (Stand: Dezember 2025)
  7. Apfeltalk: Wie KI unseren Alltag 2026 verändern könnte – https://www.apfeltalk.de/magazin/feature/wie-ki-unseren-alltag-2026-veraendern-koennte/ (Stand: Dezember 2025)

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel spiegelt meine persönlichen Erfahrungen wider und ersetzt keine professionelle Datenschutzberatung. Bei rechtlichen Fragen solltest du Fachleute konsultieren.

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