Meine Reise durch die digitale Welt – Folge 7
Mein Verhältnis zu Facebook hat sich über die Jahre stark verändert. Was einst Begeisterung war, ist heute Ernüchterung. Mittlerweile nutze ich die Plattform viel bewusster – und deutlich weniger intensiv.
Vom Entdeckergeist zur Ernüchterung
In den ersten Jahren war Facebook eine tolle Sache: Man konnte Menschen aus vergangenen Tagen wiederfinden, internationale Kontakte pflegen und Inhalte unkompliziert teilen. Doch irgendwann begann sich die Plattform zu verändern – oder vielleicht habe auch einfach nur ich genauer hingesehen.
Der Algorithmus machte es zunehmend schwieriger, relevante Inhalte zu sehen. Stattdessen wurde man mit Werbung überschüttet oder bekam Beiträge angezeigt, die einen nicht interessierten. Dass Algorithmen auf Profitmaximierung getrimmt sind und dabei oft die Qualität der Inhalte opfern, ist mittlerweile hinreichend belegt [1].
Toxische Stimmung und politische Instrumentalisierung
Besonders während der Flüchtlingskrise ab 2015 fiel mir auf, wie sehr Facebook von Hasskommentaren dominiert wurde – oft befeuert durch rechte Gruppen wie die AfD. Diese toxische Stimmung nahm immer mehr Raum ein und trübte das Erlebnis auf der Plattform. Wissenschaftliche Analysen bestätigen, dass Facebook in dieser Zeit massiv als Kanal für rechtspopulistische Botschaften und das Schüren von Ressentiments genutzt wurde [2].
Auch während der Corona-Pandemie zeigte sich erneut die problematische Seite von Facebook: Verschwörungstheorien verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Falschinformationen über Impfstoffe oder angebliche Heilmittel waren allgegenwärtig. Studien belegen, dass soziale Medien in dieser Phase als „Brandbeschleuniger“ für Desinformation fungierten, da seriöse Nachrichten und Fake News oft kaum voneinander unterscheidbar waren [3]. Das ständige Hinterfragen solcher Inhalte kostete viel Zeit und Nerven – und führte bei vielen Nutzern zu einer regelrechten Spaltung in den Diskussionen.
Die Konsequenz: Digitales Ausmisten
Heute ist meine Freundesliste auf Facebook kleiner als früher. Viele Kontakte habe ich gelöscht – vor allem Personen, deren Beiträge diffamierend oder politisch extrem waren. Gleichzeitig habe ich bewusst entschieden, meine Webseiten nicht mehr direkt mit Facebook zu verknüpfen. Es fühlt sich für mich sinnvoller an, meine Inhalte unabhängig von Social-Media-Plattformen zu gestalten.
Zwar hatte Facebook seine guten Seiten, aber die negativen Aspekte überwiegen für mich inzwischen deutlich. Genau genommen suche ich derzeit nach einem Weg, mich komplett von Facebook zu lösen, da es mir keinen Spaß mehr macht und ich nicht ständig durch Algorithmen beeinflusst werden möchte.
Das Risiko: Die Angst vor dem Identitätsdiebstahl
Doch so einfach ist dieser Schritt leider nicht: Ein Grund dafür sind Fake-Accounts und Identitätsdiebstahl. Immer wieder hört man von Fällen, in denen gelöschte Accounts von Dritten missbraucht werden, um gefälschte Profile zu erstellen. Diese Fake-Accounts nutzen Namen sowie Bilder für betrügerische Zwecke oder zur Verbreitung von Spam. Fachportale warnen davor, dass solche Täuschungsmuster eine reale Bedrohung darstellen und schwer zu sanktionieren sind [4]. Diese Sorge hält mich bisher davon ab, meinen Account endgültig zu löschen.
Fazit: Ein ambivalentes Verhältnis
Letztendlich bleibt mein Verhältnis zu Facebook zwiespältig: Einerseits möchte ich mich davon lösen, andererseits gibt es noch immer Bedenken bezüglich möglicher Konsequenzen eines vollständigen Abschieds. Vielleicht wird es irgendwann eine Lösung geben, die mir den endgültigen Schritt erleichtert – bis dahin bleibt Facebook jedoch nur noch ein Randthema in meinem digitalen Leben.
Quellen und weiterführende Informationen:
[1] Algorithmus und Werbung: Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erläutert, wie Algorithmen auf Profitmaximierung getrimmt sind (vgl. bpb.de).
[2] Hassrede und Populismus: Wissenschaftliche Analysen zeigen, wie soziale Netzwerke zur Verbreitung populistischer Narrative genutzt werden (vgl. uni-muenster.de).
[3] Corona-Desinformation: Forscher beschreiben soziale Medien als „Brandbeschleuniger“ für Fake News während der Pandemie (vgl. uni-ulm.de
[4] Identitätsdiebstahl: Juristische Fachportale warnen vor der realen Gefahr von Fake-Profilen und Bildmissbrauch (vgl. hortmannlaw.com).
Wie stehst du heute zu Facebook?
Mein Rückblick zeigt: Der Weg vom begeisterten Nutzer zum skeptischen Beobachter war schleichend, aber konsequent. Doch ich weiß, dass viele vor ähnlichen Fragen stehen:
Gehen oder bleiben? Hast du auch schon über einen „Facebook-Exit“ nachgedacht, oder überwiegen für dich noch immer die Vorteile der Vernetzung?
Algorithmus vs. Realität: Nervt dich die Flut an Werbung und irrelevanten Inhalten genauso wie mich, oder hast du einen Weg gefunden, die Plattform für dich „sauber“ zu halten?
Sorge um die Identität: Ist das Risiko von Identitätsdiebstahl und Fake-Accounts für dich auch ein Grund, warum das Löschen des Profils schwerfällt?
Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen und Ansichten. Lass uns in den Kommentaren darüber diskutieren!






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